HDTV – Was is’n das überhaupt?

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In den letzten Tagen/Wochen habe ich mich mehr als einmal mit der neuartigen Film/TV-Technik, genannt HDTV, beschäftigt. Aufmerksam geworden über die Welle, welche die beiden DVD-Nachfolge-Formate HD-DVD bzw. BluRay über die verwirrte Käuferschaft hereinbrechen liess, wollte ich einfach wissen “Was bringt mir denn ein Film in HD?”. Denn bevor ich mich auf die vom Hype geblendete Käuferschicht der Playstation3 (BluRay) oder Xbox360(HD-DVD) verlasse, mache ich mir erst einmal selber ein Bild. Zu welchem Schluss ich gekommen bin? Einfach weiterlesen. :)

— Die Technik —

Um das Ganze erst einmal auf das Ergebnis für mich, dem Konsumenten, zu reduzieren, ist es wichtig zu wissen, was ich vom ganzen “HD-Ready” und Konsorten habe. Im Groben ist das Ergebnis ein detaillierteres Bild, als das was mir das Digital-TV oder die DVD bis dato bieten kann. Klingt soweit vielversprechend, und in der Nerd-Praxis (ja, ich bin auch einer ;) ) sieht das Ganze sogar richtig genial aus.

Schaut man etwas unter die Oberfläche, fallen einem zunächst die verschiedenen Formate auf. Man liest HD-DVD, BluRay, 480p, 720p, 1080i, FullHD, HD-Ready… Was soll’n das jetzt wieder sein?

— HD-DVD oder BluRay —

Das sind die beiden Nachfolge-Medien der DVD für das HD-Zeitalter. Auf Details brauch’ hierbei nicht mehr eingegangen zu werden, die HD-DVD hat verloren und das “Must have”-Format ist BluRay. Punkt. Deswegen kauf ich mir trotzdem keine PS3. ;) Auch habe ich meine Zweifel, ob sich die BluRay als “Das Ding” durchsetzen wird. In Zeiten von extrem schnellen Breitbandanschlüssen kann man getrost auf ein festes Trägermedium verzichten meiner Meinung nach. Mal sehen was die Zukunft bringt… ich schwöre da mehr auf MediaPCs als auf einen Standalone-BluRay-Player.

— Auflösung/Kodierung und Ton —

Die Zahlen (480, 720, 1080) bedeuten nichts anderes als die Anzahl der Zeilen in der y-Achse eines Bildschirms (also in der Senkrechten). Je mehr, desto “detaillierter” ist das Bild, wie bei einem Computer-Monitor. Die gute alte DVD hatte hier nur maximal 576 Zeilen zu bieten.

Zu beachten ist allerdings, wie groß der jeweilige Bildschirm und wie weit man von eben diesem weg sitzt. Bei der Bildschirm-Größe, die heutzutage im Durchschnitt beim großen roten “Das kauf ich euch ab, denn ich bin ja nicht blöd”-Markt verkauft wird (81cm im 16:9-Format), ist ein Bild mit einer Auflösung von 720 ausreichend, wenn man typischerweise 2-3 Meter vom Bildschirm entfernt sitzt. Fernseher, die eine passende Größe für die höhere Auflösung haben, sind ungleich teurer. Man kann sich natürlich auch direkt vor den Fernseher setzen, das sei jedem selbst überlassen. Irgendwas ist ja immer. ;)

Bei dem Verhältnis Bildschirm/Auflösung kommen dann auch noch die Zusätze FullHD und HDReady zum tragen. FullHD bedeutet, dass der Bildschirm alles inklusive der maximal möglichen HD-Auflösung (1080p) anzeigen kann. HDReady kann alles mögliche sein, von Gurke bis gut brauchbar, aber niemals 1080p! Hier muss man schon genau in der Produktbeschreibung nachschauen, ob das Gerät für meine Bedürfnisse passt (wie oben erwähnt, Größe im Verhältnis zum Sitz-Abstand). Preislich tut sich zwischen FullHD und HDReady einiges, also richtiges vergleichen lohnt sich allemal.

Weiter mit den Bezeichnungen für die Kodierung. Der Buchstabe dahinter (p/i) sagt uns, wie dieser Film dargestellt wird.

p steht für “progressive”, d.h. das Filmmaterial schmeisst 24 Vollbilder in der Sekunde auf den Bildschirm
i steht für “interlaced”, d.h. es wird im “Zeilensprungverfahren” gearbeitet, man bekommt also nur ein Halbbild pro Bild aktualisiert (ganz grob gesagt nur 12 Bilder/Sekunde, genauer beschrieben wird es im Link). Vorteil hiervon ist, dass man “mehr Film” auf das Medium bekommt. Es entstehen dadurch aber unschöne, zerfledderte Kanten im Bild. Bis jetzt sind mir nur 1080i-Filme untergekommen (was immer noch sehr gut aussieht), alles darunter war generell progressive.

Kurz: Wenn HDTV, dann bitte auf das p achten! :)

Findige Leute haben jetzt vielleicht die Zahl 24 gelesen. Ja, HD braucht nur 24 Bilder/Sekunde. Vom normalen Fernseher sind wir zwar 50Hz (=25 Bilder/Sekunde) gewohnt, das Kino eures Vertrauens kann euch aber bestätigen, das jeder Kinofilm nur in 24 Bildern/Sek aufgenommen ist. Ist euch bei einer DVD schon einmal aufgefallen, das bei langsamen Schwenks das Bild “ruckelt”? Tja, das liegt genau daran (und an der Unfähigkeit des Filmstudios, den Film passend für DVD umzurechnen ;) ). Wenn wir jetzt noch daran denken, das die Staaten oder alles ganz weit im Osten von uns dank NTSC-Technik 30 Bilder/Sekunde als Standard haben, ist die Verwirrung perfekt. Da passt nix zusammen. :)

– Das Videoformat —

Filme in HD sind mir bis jetzt in H264-MPEG4-Codec-Videostreams, verpackt in .mkv-Containerfiles, als auch im guten alten XviD-Avi unter die Finger gekommen. Optische Unterschiede habe ich mit meinem Auge nicht feststellen können, das XviD-Verfahren benötigt aber weit weniger CPU-Auslastung beim Abspielen (selbst die gute alte Xbox1 ist fähig, diese Dinger abzuspielen). Die HD-DVD hat auf einen Standard im WMV-Format gesetzt (Xbox360 sei dank), mangels Testobjekte kann ich zu diesem Format aber keine Aussage machen. ;) (ist ja nun eh egal, siehe oben ;) )

— HD in der Praxis —

Vorteil: Damit man sich mal ein direktes Bild davon machen kann, wieviel mehr Details bei einem HD-Film vorhanden sind, haben einige Seiten, u.a. diese hier, “Wackelbilder” von DVD- und HD-Versionen von Filmen gemacht. Wie erwartet steckt der Teufel hier im Detail (des Bildes).

Kehrseite: Auf einem Röhren-Fernseher oder einem zu kleinen Bildschirm bringt das Ganze rein garnix. Wie auch, die alte Fernsehnorm “PAL” ist auf so ein hochauflösendes Bild garnicht ausgelegt oder die Details gehen aufgrund der kleinen Größe des Displays verloren. Und ein schlechter Film wird durch HD nicht besser. :)

— Persönliches Fazit —

Ich persönlich muss sagen, dass das Filmeguggen auf meinem TFT am PC (native Auflösung 1440×900) in HD schon ein irres Erlebnis ist (ein nettes 5.1 System vorrausgesetzt ;) ). Z.B. kommt die Explosion von “Swordfish” am Anfang des Films genial detailliert ‘rüber.

Der riesige Sprung wie damals von der VHS hin zur DVD ist für mich aber nicht vorhanden. Man bekommt im Grunde “nur” ein detaillierteres Bild präsentiert (Halle Berry hat komische Poren im Gesicht ;) ), die Digitaltechnik selber gab’s ja vorher schon.

Auf der anderen Seite wird in jedem Haushalt mit Sicherheit über kurz oder lang ein LCD oder Plasma im Wohnzimmer stehen. Und dann nicht das Optimum aus eben dieser Technik rauszuholen halte ich für Verschwendung.

Extra wegen Filmen eine solche Investition… nein danke, nicht mit mir, da reicht mir immer noch mein gute, alte, Röhre und die Xbox1 mit XviDs gefüttert. Allerdings habe ich andere Gründe, mir einen LCD ins Haus zu holen (MediaPC, zum xten mal ;) ).

3 Responses to “HDTV – Was is’n das überhaupt?”

  1. ifb Says:

    Sehr informativer Beitrag, der einem Otto-Normal-Verbauscher das Thema HDTV ein Stück näher bring.

  2. Jeanette Says:

    Ja, da schließe ich mich an. Für mich hieß HDTV bisher nur gutes Fernsehen und neu und dass man es halt haben muss.

  3. [BLOCKED BY STBV] Quatschblog.de Says:

    Umbruch der Fernsehtechnik…

    Um das TV-Programm zu empfangen, gibt es immer mehr Möglichkeiten. Die klassischen Methoden geraten gleichzeitig langsam, aber sicher ins Technische Abseits und mit der richtigen Empfangswahl lässt sich bares Geld sparen, sowie das Fernsehv…